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Ich bin überzeugt, es steckt Wahrheit in der Aussage das Schreiben oder gar Kreativität jeder Art sei heilsam. Was! Du hältst das für ein Cliché. Hast du es schon ausprobiert?

Natürlich ist das Schreiben eines Tagebuchs kein Ersatz für eine Sitzung beim Psychologen oder einem anderen Therapeuten. Dennoch, das Schreiben, am Besten mit der Hand am Arm, oder das Kreativ sein auf irgendeiner Art können helfen Gedanken zu sortieren und Schmerzhaftes zu verarbeiten. Ich erlebe einen ähnlichen Effekt beim Kochen. Ich bin kreativ, abgelenkt und rufe schöne Erinnerungen hervor. Essen und Erinnerungen (engl)

Mich hat das Schreiben durch Kindheit und Jugend mit vielen schwierigen Episoden begleitet. Mit Papier und Stift am Tisch sitzend die Gedanken hinzuschreiben, ist wie in einem behütenden Kokon zu sein. Ich habe einen geduldigen Zuhörer und keinen der über mich richtet. Wenn ich mein Schrieb wieder durchlese, wird mir einiges klar und ich kann eher sehen wo ich bin. Das kann beruhigend und entspannend sein. Ich kann dich ermutigen – Schreib dich gesund!

The Art Of healing

Words

a kind of poem

Meine Kalligraphie Versuche

About Me

Schreib dich gesund!

Als Kind verbrachte ich viel Zeit allein. Ich fühlte mich nicht einsam, weil ich Orte hatte, an die ich reiste – in Büchern. Dort war ich Teil einer Geschichte und konnte in meiner Fantasie eine Welt aus Familie und Freunden erschaffen. Ich erinnere mich an Geschichten über Peter Hase auf Schallplatten, bevor ich lesen konnte. Peter Rabbit sitzt der Schalk im Nacken und er scheut keine Mühen, um an das Gemüse von Mr. Mcgregor zu kommen. 

Meine Eltern betrieben ein Jahr lang eine Kneipe, oder wie es England heisst, ein Pub. Dort war auch unser Zuhause.  Dahinter befand sich ein Garten in verschiedenen Parzellen aufgeteilt, von denen einige brachlagen. Es sah aus, als wäre am Ende des Gartens ein Gemüsebeet, doch dahinter war, ziemlich versteckt, ein vernachlässigter Rosengarten. Dort verbrachten mein Hund und ich die Nachmittage. Sobald ich lesen konnte, war eines der ersten Bücher, das ich bekam, The Secret Garten (Der Geheime Garten). Die Autorin, Frances Hodgson Burnett wurde von der englischen Zeitung The Times als die J.K. Rowling ihrer Zeit beschrieben. Ich fühlte mich mit Mary, fast verwandt. Mich in diese Geschichten einzuhüllen ließ mich weniger als Einzelgängerin fühlen und gab mir Hoffnung. 

In England wurde man damals mit fünf Jahren eingeschult.  So konnte ich Stöpsel bald ein wenig lesen und schreiben. Ich hatte ständig ein Notizbuch in der Tasche und schrieb kleine Geschichten darin. Sie waren von Rechtschreibfehlern gespickt. Das war egal, denn außer mir las sie niemand. Irgendwann fand ein Kusin eine Geschichte, an der ich gerade arbeitete und machte sich darüber lustig. Einfach um mich zu ärgern, drohte er, die Blätter zu zerreißen. Ich wollte nicht in Tränen ausbrechen und gab mich cool und unbetetiligt, so sagte ich „Tu’s doch“ in der Hoffnung er würde nicht. Ritch Ratch und die Papierfetzen lagen am Boden zerstreut. Ich war selber erstaunt, wie sehr mir das wehtat.

 

Anne Frank

“I can shake off everything as I write: My sorrows disappear, courage is reborn.” 

Schreiben ist streng genommen nie zu meinem Beruf geworden. Ich bin Fremdsprachenkorrespondentin und Übersetzerin. Ich schrieb also für andere. Für mich allein schrieb ich über alles was mir in den Kopf kam, manchmal damit es auch wieder ging. Ich war Mitglied in einem Bücherclub und kannte alle Büchereien der Umgebung. Bald gewann ich den Eindruck, dass Kreativität aus Leiden entsteht. Viele der Wortschmieden, die meine Bücherregale bewohnten, waren krank. Charlotte Bronté litt unter Kompfschmerzen und generalisierte Schmerzen am Körper. Flannery O’Connor bekam die Diagnose Lupus wie ihr Vater, um nur zwei zu benennen. 

Als Teenager war ich noch nicht offiziell krank, nur irgendwie anders als viele anderen. Später erfuhr ich, dass ich ADHS habe und introviertiert bin. Ich litt außerdem oft unter diversen Schmerzen. Alles sehr diffus. Ich war relativ oft zu krank zu Hause. Dort las ich oder schrieb ich, um den Schmerzen zu entkommen, um Teil einer anderen Welt zu sein.

Chronisch kranke Menschen wird oft  nachgesagt, dass sie dünnhäutig und empfindlich sind. Sie sind oft empfindsam. Sie sind aufmerksam für Kleinigkeiten, die um sie herum geschehen. Details, die gerne in Geschichten verwoben werden könnten.

Dieses „Am Rande stehen“,das das „Anders sein“  oft mit sich bringt, spielt mit Sicherheit eine Rolle in der Entwicklung einer sehr gute Beobachtungsfähigkeit. Diese Fähigkeit ist ein Schatz beim Fabulieren von Geschichten. Einerseits Von vielen „normalen“ Aktivitäten ausgeschlossen, weil die anderen einen nicht dabei haben wollen, sehen sich diejenigen, die mit chronischen Schmerzen leben, häufig genau in den Momenten von hinter den Kulissen zu, während die anderen ganz normal am Leben teilnehmen.  Aus diesem Grund können sie sehr gut darin werden, wichtige Details – oder verräterische Zeichen – zu bemerken.

“The metaphor in the mouth of survivors became a way to innovate around pain.” 

Ocean Vuong

Nicht nur unsere Beobachtungssinne profitieren davon. Als chronisch kranker Mensch sind wir täglich mit scheinbar unüberwindbaren Hurden konfrontiert. Um gangbare Wege zu finden, müssen wir  kreativ werden und über den Tellerrand schauen. Bald wird klar, dass es viele Arten gibt, eine Aufgabe zu erledigen. Keine davon ist richtig oder falsch, sondern die, die wir wählen, weil wir es so können. Wir trainieren unsere Flexibilität und Findigkeit. Dies ist einerseits eine Fähigkeit, die beim Schreiben hilft. Sie ist andererseits eine, die wir beim Schreiben vertiefen können.

Julia Cameron

“Writing is medicine. It’s an appropriate antidote to injury. It is an appropriate companion to any difficult change.” 

So langsam wird klar Schreiben ist nicht nur ein Weg, um mit einer Krankheit umzugehen. Gedanken, Klagen, Freuden und Leid aufzuschreiben. Es geht nicht nur darum, einen Zuhörer zu haben. Sondern unsere Situation gibt uns die Fertigkeiten, die wir brauchen um zu schreiben.  Nicht jeder hat vor, ein Buch schreiben. Für einige ist das Schreiben eines Tagebuchs sehr hilfreich. Vor allem im Rückblick. Kerstin Pilz erzählt uns, wie ihr das Schreiben eines Tagebuchs über den Tod ihres Partner half. Darüber hinaus gibt sie uns Tipps, wie das Schreiben helfen kann, Schmerzen zu lindern. Schreib dich gesund!

 

Anfang

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Emm Roy

“I don’t have a lot, but I have a lot of notebooks. They comfort me by reminding me that no matter how hard life gets, I can always write.” 

Warum du mit Schreiben anfangen solltest

Du brauchst dich nicht von dem Gedanken einschüchtern zu lassen, dass du nicht schreiben kannst. Tagebuch schreiben ist eine sehr subjektive Angelegenheit. Du schreibst für dich. Du kannst einfach darauf losschreiben. Welche Gedanken bewegen dich? Wie ist dein Tag heute gelaufen? Vielleicht denkst du, es lohnt sich nicht, denn du wirst nie auf das Geschriebene wieder schauen. Schon alleine das Aufschreiben deiner Gedanken kann entlastend sein. Es hilft auch sie zu sortieren und Distanz zu entwickeln.

Das war gar nicht so

Kennst du das? Du „erinnerst“ zusammen mit jemanden anderen an einer bestimmten Begebenheit. Am Ende kommen zwei sehr unterschiedliche Erzählungen heraus. Ein Tagebuch hilft, Erinnerungen zu konservieren wie sie sind. Du weisst nicht mehr wirklich genau wie du dich gefühlt hast, als eine Freundschaft in die Brüche ging, aber du kannst es genau nachlesen aus der Sicht von damals. Unsere Erinnerung ist leider kein treuer Diener. Wir erinnern uns unterschiedlich je nachdem welche Begebenheit oder Emotion die Erinnerung ausgelöst hat.

Ich therapiere mich selbst

Mit dem Schreiben eines Tagebuchs kannst du lernen gut zu reflektieren. D.h. auf das zu schauen, was gesehen ist, und aus etwas Distanz zu verstehen, warum Dinge passiert sind. Du kannst deine Gedanken ohne Punkt und Komma formulieren. Dein Tagebuch „hört zu“ ohne zu unterbrechen.  Du hast auch die Möglichkeit, an schlechteren Tagen über bessere Tagen nachzulesen. Das kann ein Stimmungsaufheller sein.

Das möchte ich tun

Wenn du aufschreibst, was du tun möchtest, z.B.

  • ein Gespräch führen
  • eine neue Therapie ausprobieren
  • etwas Neues lernen,

stehen die Chancen besser, dass du das Vorhaben in die Tat umsetzt. Schreiben kann motivierend sein.

Ich kann nicht schreiben

Das denkst du. Durch das tägliche Schreiben für dich, greifst du automatisch auf Formulierungen zurück, die du gelesen oder gehört hast. Das kann deine Ausdrucksfähigkeit verbessern.

Doch kein Scheisstag

Wenn etwas am Tag schiefgeht, neigen wir oft dazu, alles Gute an dem Tag zu vergessen. Wenn du dich hinsetzt, über den Tag nachdenkst und darüber schreibst, wirst du hoffentlich merken, dass jeder Tag gute Momente hat. So kannst du dich am Ende des Tages besser fühlen. Ich hatte heute abseits vom Trubel ein sehr fröhliches Gespräch in der Bäckerei mit der Verkäuferin, die überaus freundlich  und  gut gelaunt war. Das war ansteckend und wird mir heute als positives Erlebnis in Erinnerung bleiben.

Es muss nicht ein Tagebuch sein

Du musst nicht jeden Tag in dein Tagebuch hineinschreiben. Außerdem kannst natürlich viele andere Schreibmöglichkeiten ausprobieren. Du kannst  auch ein Brief schreiben, der nie abgeschickt wird. Der Brief ist an jemand gerichtet aber nur für dich. Oder du schreibst positive Impulse, die du irgendwo aufschnappst

  • im Radio
  • in einem Buch

… in einem kleinen Notizbuch auf.

Es geht auch digital

Es gibt auch diverse Apps für persönliche Tagebücher.

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Quellen:

Horn, A. H. & Mehl, M. R. M. (2004, Dezember). Expressives Schreiben als Copingtechnik: Ein Überblick über den Stand der Forschung. https://www.researchgate.net/. https://www.researchgate.net/publication/247701209_Expressives_Schreiben_als_Copingtechnik_Ein_Uberblick_uber_den_Stand_der_Forschung

Pennebaker, J. W. P. & Smyth, J. M. S. (2016). Opening Up By Writing It Down (3. Aufl., Bd. 1). The Guilford Press New York, London.