Wird manchmal von Therapeuten zitiert.

Demnach bin ich verdammt schwach!!

Männer haben keine Schmerzen (zu haben)

Diesen Spruch findest du auf T-Shirts, auf Pinterest und vielerorts. Er wird Jungs beigebracht. Männer haben keine Schmerzen (zu haben!) Männer gehen auch nicht zum Arzt. Sie können auch Fibromyalgie und andere Schmerzkrankheiten haben, aber sie tauchen oft in Statistiken nicht auf, und werden nicht erfasst. Sie sind in der Dunkelziffer. Deshalb heißt es auch, dass Krankheiten wie Fibromyalgie vorrangig Frauen betreffen. Wissen wir’s? Versteht mich nicht falsch. Ich trete nicht dafür ein, dass man aus jeder kleinen Begebenheit ein Drama macht. Oft geschieht aber das Gegenteil, besonders bei Männern. Das haben sie als Jungs gelernt. Wenn man Beschwerden hat und das zugibt, ist Man(N) schwach, und wird für die wichtigen Wettkämpfe im Leben nicht mehr berücksichtigt, also „Klappe halten!“

Unser Körper sagt uns was

„Schmerz ist Schwäche, die den Körper verlässt.“ Das verleitet uns dazu, nicht auf Signale zu hören und nicht auf uns zu achten. Denn Schmerz ist nur Schwäche…..

Wenn Frauen mit Schmerzen zum Arzt gehen, werden sie oft nicht nur als schwach gesehen, sondern Drama Queens, die Ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen.

Wenn jemand Sport getrieben hat, sich verausgabt hat, kann es zu Schmerzen kommen. Hier mag der Spruch richtig sein, aber man kann ihn nicht auf alle Arten von Schmerz anwenden.

Schmerz ist ein wichtiger Signal des Körpers, dass etwas nicht richtig läuft. Wenn wir nicht darauf hören, kann der Schmerz chronisch werden. Ich glaube nicht, dass Schmerz Schwäche ist. Im Gegenteil, es kostet eine ganze Menge Kraft, einigermaßen zu funktionieren, obwohl man Schmerzen hat. Zu akzeptieren, dass etwas nicht in Ordnung ist und Hilfe zu suchen, sind Zeichen von Stärke nicht Schwäche.

Deshalb gebe ich diesem Spruch die rote Karte!

Wellness gleich Stärke?

Wir leben in einer Kultur, in der Wellness gleich Stärke ist. Menschen in meinem Alter machen Cross-Fit und Triathlon, ja laufen Marathon. Und das ist gut. Es kann nicht der Maßstab für jeden sein.

Es wird einem suggeriert: Du bist nur gut, wenn du deinen Six-Pack-Bauch mit folterhaftem Traning erzielt hast. Damit meine ich nicht, dass jede Form von Training folterhaft sein muss. Nein, aber heutzutage tragen Fitnessanleitungen oft solche Namen, die ich nicht mit „Mir was Gutes tun“ verbinden würde.

Ich hatte immer Schwierigkeiten mit Sport, obwohl ich immer „dabei sein wollte.“ Inzwischen weiß ich, was dazubeigetragen hat. Weil es mir schwerfiel, habe ich mich schwach gefühlt. Ich erinnere mich aber an einem matchrettenden Tor, den ich beim Feldhockey schoß. Die anderen bejubelten mich, nicht zuletzt, weil sie mir das nicht zugetraut hätten. Ich war auf einer Klosterschule. Wir hatten jeden Tag Sportunterricht, manchmal 2 Mal am Tag. Es gab keine Entschuldigungen. Manchmal reichte es bei mir für eine 2+, je nachdem was für eine Sportart gefragt war. Oft stand „Dawn works very hard“. Das würde hier heißen, Dawn hat sich sehr bemüht, was eher Richtung 5-6 geht. Aber das sah man da anders. Ich habe später immer wieder regelmäßg Sport gemacht, aber es war nie so, dass ich sportlich war.

Es ist ein Unterschied, Schmerzen zu haben, weil man excessiv Sport getrieben hat, oder Schmerzen zu haben und einen Weg finden sich zu bewegen, obwohl man Schmerzen hat. Sehr anstrengend ist beides.

Schmerz ist nicht Schwäche. Selbst im Angesicht großen Schmerzes können wir Trost und Frieden in uns finden. Sei wie eine Schneeglocke Diese Fähigkeit entsteht aus Stärke nicht aus Schwäche.

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