Im Augenblick, habe ich nicht die Hoffnung, dass alle Schmerzen und Symptomen weggehen werden. Aber ich habe vieles, aufgrund der Fibromyalgie, in meinem Leben geändert.

Die nicht so raue Alb

Ich arbeite nicht mehr für einen großen Autokonzern. Manche Menschen, die ich dort kennengelernt habe, sind immer noch in meinem Leben. Ich kann nicht leugnen, dass ich eine Menge dort gelernt habe. Dennoch glaube ich, ich hätte viel zielstrebiger danach suchen sollen, was für mich beruflich richtig gewesen wäre. Das lässt sich rückblickend leicht sagen. Ich lebe auf dem Land. Das ist eine richtige Wohltat. Hier auf der Alb ist die Luft gut, sauber und frisch. ich kann manche Strecken mit dem Auto fahren und bin allein auf der Straße. Die Alb ist als „rau“ bekannt. Das ändert sich ein wenig. Die Natur ist sehr vielfältig. Es gibt vieles was mir gut tut: die Landschaft, die Weite, die Natur.

Ich habe meine Ernährung mehrmals umgestellt. Zur Zeit ernähre ich mich überwiegend vegan und glutenfrei und ich faste ca. 2 Mal im Jahr. Am Anfang war das schwer, aber ich glaube, mein Körper kennt das inzwischen. https://shamethepain.de/gut-essen-mit-fibromyalgie/

Ich versuche, Wege zu finden, die mir helfen. Zum Beispiel das Schreiben, oder in der Selbsthilfe tätig zu sein. Meine Gruppe konnte ich nicht mehr leiten. Ich bekam noch weitere Diagnosen und die Arbeit im Hintergrund wurde für mich alleine zu viel. Dennoch bin ich noch ein wenig drin in dem Thema.

Vielleicht gehört dieser Blog auch dazu.

Mit Gott hadern?

Meine Nachbarin, die sehr gläubig ist, sagte mir, ich solle nicht mit Gott hadern, weil ich krank bin. Ich hadere nicht mehr. Mein Mann hat mich mit Fibromyalgie und anderen Krankheiten geheiratet. Ich hatte, durch die Krankheit, mehr Zeit für meine Tochter, da ich nicht im beruflichen Hamsterrad steckte. Ich habe viele wunderbare und inspirierende Menschen kennengelernt – auch Ärzt*innen und Therapeut*innen. Ich habe leider auch Freunde verloren. Gerade in diesen Zeiten, merke ich, dass ich gar nicht so viele Kontakte habe. Ich entdecke neue Talente.  Jetzt versuche ich, mit den Krankheiten mein Leben zu gestalten, und kämpfe nicht mehr gegen sie an. (Das gelingt ganz bestimmt nicht immer, an manchen Tagen gar nicht).

Manchmal schreie ich

Das klingt vielleicht nach Küchenpsychologie und Kalendersprüche. Die hört Ihr ja genug. Ja das Leben mit Fibromyalgie ist eine Gratwanderung und ich habe nicht immer die Wahl, das Beste daraus zu machen oder nicht. Wenn der Schmerz so omnipräsent ist, dass nichts anderes mehr durchdringt, dann nutzt es nichts zu wissen, dass er mich nicht umbringt. Ich bin für vieles, was ich habe sehr dankbar und schätze mein Leben, aber es gibt Momente, wo ich dieses Leben nicht mehr haben möchte und das auch laut ausspreche oder schreie. Meistens ist niemand da, der das hört. Ab und zu kommt mein Hund dann angetrottet, um zu gucken, „ob alles ok ist“, das scheinen zumindest seine Augen zu sagen. Die Verzweiflung geht vorbei. Ja es ist eine Gratwanderung, zwischen Akzeptanz und Verzweiflung, aber ohne Hoffnung geht es nicht.

Auf dem Instagram Portal der Rheuma Liga Schweiz hat jemand gepostet „Fibro ist ein Arschloch, aber es macht dich zum Superhelden“. Da ist was dran.

In diesem etwas älteren Artikel von der Brigitte geht es darum, wie man mit der Diagnose einer chronischen Krankheit umgeht.https://www.brigitte.de/gesund/gesundheit/chronische-krankheiten–wie-sie-mit-einer-schweren-diagnose-umgehen-10148648.html

Chronisch krank zu sein heißt nicht, seine Integrität als Person und seinen Lebensmut zu verlieren – diese Botschaft finde ich wichtig. Aber eine chronische Erkrankung ist ein langer Prozess, und dazu können immer mal wieder Phasen gehören, in denen man sagt: „Es ist eine große Ungerechtigkeit, dass ich krank bin, und ich finde es einfach nur schrecklich.“

Kunstmann, A. (2013). Wie Sie mit einer schweren Diagnose umgehen. Abgerufen 15. Mai 2020, von https://www.brigitte.de/gesund/gesundheit/chronische-krankheiten–wie-sie-mit-einer-schweren-diagnose-umgehen-10148648.html

Was sagt mein Bild?

Das Bild: Ein Mädchen, das hinter einer Birke vorguckt, habe ich gezeichnet. Die Birke habe ich gewählt, weil sie für die Liebe, das Leben und das Glück steht. Sie symbolisiert ein Neubeginn. Das Licht im Frühjahr. Maibäume sind traditionell Birken. Das Mädchen steht für die Zaghaftigkeit. Das soll das Empfinden bei der Fibromyalgie verdeutlichen. Wir wollen, aber wir können nicht immer. Dennoch ist Hoffnung da.

Bild von Dawn

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